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Psychologie

Psychologie und Homöopathie in der Onkologie

Ein relativ neues Gebiet ist die Psychoonkologie, die sich mit den psychischen Aspekten der Entstehung und Bewältigung von Krebs, aber auch mit den Auswirkungen der Therapien auf die Lebensqualität der Patienten beschäftigt. Psychoonkologen entlasten und unterstützten Patienten, vermitteln geeignete Copingstrategien (=Verarbeitungsstrategien) zur Krankheitsbewältigung und mobilisieren innere Ressourcen, mit dem Ziel die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

Im Sinne eines interdisziplinären Vorgehens wurde im Juli 2005 an der Abteilung für Innere Medizin I (Onkologie) der Medizinischen Universität Wien (AKH) und dem Institut für Psychologie der Universität Wien eine Diplomarbeit initiiert, die sich mit den psychischen und physischen Auswirkungen einer additiven homöopathischen Begleittherapie zur konventionellen Krebstherapie auf die Lebensqualität der Patienten auseinander setzt (1). Dabei konnte gezeigt werden, dass die additiv homöopathisch behandelten Patienten in einigen Bereichen deutliche Verbesserungen hinsichtlich Beschwerdeintensität, Lebensqualität und psychischer Befindlichkeit empfanden, während die ausschließlich konventionell behandelte Gruppe in keinem einzigen gemessenen Bereich Verbesserungen verspürte.

Neben der wichtigen psychologischen Begleitung der Patienten, finden auch komplementärmedizinische Therapieangebote an onkologischen Ambulanzen regen Zulauf, wobei die Homöopathie aufgrund hoher Akzeptanz seitens der Patienten einen besonderen Stellenwert einnimmt.
Ziel einer homöopathischen Begleitbehandlung von onkologischen Patienten ist eine Linderung der therapiebedingten Nebenwirkungen, eine Stärkung des Allgemeinbefindens und damit eine Verbesserung der Lebensqualität.

Psychologie ist Alltag. Es gibt kaum Bereiche des täglichen Lebens in die psychologisches Wissen und dessen Anwendung nicht einfließt. Psychologische Arbeit gestaltet sich ausgesprochen vielfältig und vielschichtig und ist aus wesentlichen Bereichen des täglichen Lebens nicht mehr wegzudenken.

Psychologen arbeiten interdisziplinär; vor allem im klinischen Bereich ist eine Zusammenarbeit zwischen Psychologen, Ärzten und Pflegepersonal zum Wohle der Patienten unerlässlich. In den letzten Jahren haben sich einige neue Einsatzgebiete für klinische Psychologen etabliert, wie z.B. die Psychoneuroimmunologie, welche Zusammenhänge zwischen psychischen Vorgängen, Nerven- und Hormonsystem und deren Wirkung auf das Immunsystem untersucht.

Ein sehr umfangreiches psychologisches Anwendungsgebiet ist der Bereich der klinischen Psychologie, der sich mit der wissenschaftlichen Erforschung abnormen Verhaltens beschäftigt. Eine wichtige Rolle im Bereich der Prävention nimmt die Gesundheitspsychologie ein, die Maßnahmen zur Förderung und Erhaltung von Gesundheit, zur Bestimmung von Risikoverhaltenweisen und im Bereich der Rehabilitation vermittelt. Neben diesen beiden großen psychologischen Einsatzgebieten, gibt es noch weitere zahlreiche Spezialgebiete, wozu u.a. die Bereiche Pädagogik, Umwelt, Wirtschaft, Verkehr, Forensik, Arbeit und Sport zählen.

Wissenschaftliche Definition von Psychologie
Psychologie ist die wissenschaftliche Untersuchung des Verhaltens von Individuen und ihren mentalen Prozessen. Psychologen sammeln und interpretieren Daten, leiten Theorien ab, stellen Hypothesen auf und führen Untersuchungen zu deren Überprüfung durch (=Grundlagenforschung). Psychologische Interventionen haben das Ziel, menschliches Verhalten zu verstehen und vorauszusagen, Fehler zu minimieren und zuverlässige Verallgemeinerungen zu geben. Ziel angewandter psychologische Forschung ist es, Lösungen für bestimmte praktische Probleme zu finden und auf diese Weise direkt zu einer Verbesserung der Lebensqualität der Menschen beizutragen.

Geist- und Gemütsymptome in der Homöopathie
Hahnemann zählte die „Geistes- und Gemütskrankheiten“ (endogene Wahnkrankheiten und Psychosen) zu den sogenannten „einseitigen Krankheiten“, wo einzelne hervorragende Symptome andere dahinterliegende verbergen. Er definiert Gemütsymptome als solche, die den Willen und Gefühle einschließen, und Geistessymptome als Symptome des Intellekts, der Konzentration, der Auffassung, Wachheit und des Gedächtnisses. Gemütssymptome zeigen sich im Krankheitsfall beispielsweise in Form von Unzufriedenheit, Angst, Kummer und Depression. Hahnemann fordert, die Geistes – bzw. Gemütssymptome in jedem Krankheitsfall bei der Mittelwahl zu berücksichtigen. Allen gut geprüften Arzneien sind psychische Symptome sowie spezielle Charakterzüge zugeordnet, aufgrund derer auch bei der gleichen Krankheit ein individuelles Mittel verordnet wird.

Homöopathie und psychische Krankheiten zu Hahnemann’s Zeit
Erst gegen Ende des 18.Jahrhunderts wurden psychisch kranke Menschen nicht mehr den Kriminellen, sondern der Medizin zugeordnet was an den außerordentlich grausamen „Verwahrungs- und Behandlungsmethoden“ aber vorerst nichts änderte. Nach und nach wurde dies aber von immer mehr europäischen Ärzten kritisiert und scharf verurteilt, unter ihnen auch Hahnemann. In seinem, vom Herzog von Sachsen-Gotha 1792 zur Verfügung gestellten Jagdschloss zur Behandlung psychisch Kranker lehnte er jegliche Art von Zwangsmaßnahmen ab und praktizierte als einer der ersten Ärzte Europas eine menschliche und von wissenschaftlichen Erkenntnissen getragene Behandlung psychisch kranker Menschen.

Diplomarbeit: „Lebensqualität bei chronischer Krebserkrankung mit homöopathischer Begleitbehandlung“(Sandra Schranz)
Eine Zusammenarbeit der „Spezialambulanz für Homöopathie bei malignen Erkrankungen“ (Leitung: Univ.-Prof. Dr. Michael Frass), Klinik für Innere Medizin I (Vorstand: o.Univ.-Prof. Dr. Christoph Zielinski), medizinische Universität Wien, und des Instituts für Psychologie der Universität Wien (Ao.Univ.-Prof.Dr. Rainer Maderthaner)

 

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