• Homöopathie zählt weltweit zu jenen Therapieformen, die interessante Aspekte für die Zukunft abzubieten haben.
• Homöopathie ist innovativ, kostengünstig und beeindruckt durch Nachhaltigkeit, sowohl durch Minimaleinsatz von Ausgangsarzneien als auch durch maximale Therapieerfolge.
• Homöopathie hat auf Grund der langen Tradition einen großen therapeutischen Erfahrungsschatz, der sich in der modernen Pharmazie und Medizin bestens integrieren lässt.
Die Aufgabe des IHF und des IHAK liegt in der Erforschung des Wirkprinzips
und der Etablierung neuer additiver Anwendungen der Homöopathie z.B in Onkologie,
Intensivmedizin und Arzneimittelherstellung.
Deshalb ist es notwendig, das seit Jahrhunderten bekannte Verfahren der Homöopathie
neu zu betrachten.
Die Fragen, die sich stellen, lauten:
• Wie erfolgt die Speicherung der Arznei?
• Wie wird die Arzneiinformation nach Verabreichung im Körper weitergeleitet?
• Welche biochemischen Vorgänge werden hervorgerufen?
• Wie wird die Ausgangssubstanz im Laufe der homöopathischen Zubereitung verändert?
• Welche neue Arzneien lässt dieses Prinzip in Zukunft erwarten?
Dazu ist es notwendig, modernste Technik und Untersuchungsmethoden (Physik, Chemie und Biochemie) anzuwenden, um das Wirkprinzip der Homöopathie zu erforschen.
Die zu erwartenden Forschungsergebnisse lassen eine Palette an neuen homöopathischen Arzneimittel erwarten, die effektiv und kostengünstig sind und somit der ganzen Menschheit zu Gute kommen.
Die Nachhaltigkeit der Homöopathie ist durch den geringen Ausgangsmaterialeinsatz (oft im Gramm Bereich) hinsichtlich Einsparung von Ressourcen von großer Bedeutung.
Synergistische Effekte wie z.B.: Reduktion von Arzneimittelnebenwirkungen durch homöopathische Arzneien sind gerade im Bereich der Krebsforschung ein wichtiger Therapieansatz.
Medizin und Pharmazie gelten in der Homöopathie als exzellente Partner, denn nur eine exakt hergestellte Arznei wird jene Heilungsreaktion am Patienten auslösen, die der Arzt vorgesehen hat.
Homöopathie ist eine bewährte Therapieform, die gerade in unserer Zeit die Welt erobert.
Ein kurzer Überblick über pharmazeutische Aspekte der Homöopathie:
Die Herstellung potenzierter Arzneien wird nach gesetzlich vorgeschriebenen Arzneibüchern sowohl in Apotheken als auch großindustriell hergestellt.
Homöopathische Zubereitungen werden aus Substanzen, Stoffen oder konzentrierten Zubereitungen nach einer homöopathischen Verfahrenstechnik hergestellt. (Definition des Europäischen Arzneibuchs)
In der Homöopathie werden potenzierte Arzneimittel eingesetzt, die aus verschiedenen Bereichen der Natur, aus biochemischen und synthetischen Ausgangsstoffen stammen.
Der Begründer der Homöopathie Samuel Hahnemann kannte ungefähr 150 Arzneien, heute werden etwa 4.000 Stoffe nach homöopathischen Vorschriften verarbeitet. Etwa 65% der Arzneien werden aus dem Pflanzenreich gewonnen, rund 30% stammen aus dem Bereich der Mineralstoffe und Metalle und etwa 5% sind biochemische Substanzen.
Die Ausgangsstoffe werden nach bestimmten Vorschriften, die in Arzneibüchern festgelegt sind, hergestellt. Mit zunehmender Verdünnung und Verschüttelung (=Potenzierung) ist eine Wirkungsverstärkung festzustellen.
Je besser das Arzneimittel mit dem individuellen Krankheitsbild übereinstimmt, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Heilreaktion auftritt.
Da der Organismus bestrebt ist, sein Gleichgewicht aufrechtzuerhalten, antwortet
er auf einen dem Krankheitsbild ähnlichen Arzneireiz im Sinne einer aktiven
Regulation.
Die Grundlagen der Homöopathie gehen auf den Begründer Samuel Hahnemann zurück
und sind im Wesentlichen in drei Arten von Nachschlagewerken zusammengefasst:
• Die Materia medica potenzierter Arzneien ist eine der umfangreichsten
medizinischen und pharmazeutischen Sammlungen von toxikologischen, botanischen
und pharmakologischen Daten, die über zwei Jahrhunderte zusammengetragen wurden.
• In Repertorien werden Symptome aus Arzneimittelprüfungen,
die am gesunden Menschen durchgeführt worden sind, sowie toxikologische und
klinische Beobachtungen dokumentiert.
• Die Herstellungsvorschriften sind in Arzneibüchern ersichtlich,
die laufend aktualisiert werden.
Etwa 65% aller Arzneien werden aus dem Pflanzenreich gewonnen. Es werden ganze
Pflanzen, Pflanzenteile oder getrocknete Pflanzen für die Arzneiherstellung
verwendet. Bei der Pflanzenauswahl müssen botanische und pharmakologische Aspekte
beachtet werden, z.B. die Pflanzenherkunft, die Pflanzenqualität, die Inhaltsstoffe,
die Haltbarkeit sowie die möglichst schonende Lagerung und Aufarbeitung.
Viele der Pflanzen sind giftig und bedürfen einer genauen pharmazeutischen Aufarbeitung,
um die Heilwirkung zu garantieren.
z.B.: Aconitum napellus, der blaue Eisenhut oder Atropa belladonna, die Tollkirsche.
Zu den bekanntesten homöopathischen Mittel, an Hand derer man die Wirkung am
Besten erklären kann, zählt Allium cepa, die Küchenzwiebel.
Sie haben bestimmt schon einmal eine Zwiebel geschnitten und anschließend mit
Tränen und Schnupfen gekämpft. Falls Sie einmal einen einfachen Schnupfen haben
sollten, der mit diesem Symptomen einhergeht, können Sie Allium cepa als Heilmittel
verwenden.
Aber auch andere Pflanzen werden in der klassischen Homöopathie verwendet: wie z.B.: Arnica montana, Bergwohlverleih oder Wundkraut, das sich als Erste Hilfe Mittel bewährt hat.
In der Homöopathie werden auch ungewöhnliche Ausgangsmaterialien verwendet,
die erst aufgrund der speziellen Zubereitung Arzneicharakter gewinnen:
Spongia tosta, der Meeresschwamm, der zu den wichtigsten Hustenmittel zählt.
Cuprum, aus metallischem Kupfer gewonnen, ist als Krampfmittel von hohem Wert,
Phosphor, Acidum silicicum (Silicea) und auch Sulphur (Schwefel) zählen zu den
traditionellen homöopathischen Arzneien.
Aber auch chemische Verbindungen, wie Ferrum phosphoricum oder Natrium chloratum
sind essentielle Mittel jeder homöopathischen Hausapotheke.
Grundsätzlich lassen sich noch viele Substanzen als Arzneimittel testen,
dies ist ein wichtiges Forschungsgebiet der Homöopathie.
Neue Studien beschäftigen sich mit der Herstellung von homöopathischen Arzneien
aus klassischen Medikamenten wie z.B. Aspirin.
Ich hoffe, die interessantesten Aspekte der Homöopathie aufgezeigt und Ihr Interesse für diese innovative Therapie geweckt zu haben.
Ilse Muchitsch
Literatur: teilweise entnommen aus dem Buch „Homöopathie in Intensiv- und
Notfallmedizin“,
Herausgeber: Michael Frass, Martin Bündner. Elsevier Verlag, München (im Druck)